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Wird Vir der nächste Hotspot?

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Seit mehreren Tagen unternimmt der Kroatische Zivilschutz und das Gesundheitsministerium alles, um die hier lebenden Menschen vor einer flächendeckenden Ausbreitung des Virus SARS-CoV-2 zu schützen. Die Maßnahmen wurden von Tag zu Tag verschärft und auch offiziell mitgeteilt.

Am 21.03.2020 warnte Gesundheitsminister Vili Beroš in einer Ansprache sehr deutlich und sagte: Sollten die Anweisungen des Zivilschutzes nicht beachtet weiterhin ignoriert werden, ist die Polizei angewiesen, einzugreifen. Es geht nicht, dass eine Minderheit das Leben von Tausenden Menschen gefährdet. Diese Warnung hinderte viele Menschen aber nicht daran, weiter zu machen wie bisher. Deshalb kam gestern die Entscheidung, dass niemand seinen Wohnort verlassen darf außer mit einem gültigen Passierschein. Die Inseln wurden abgeriegelt und dürfen weder verlassen noch betreten werden.

Seit Mitternacht sollten alle Brücken, die auf Inseln führen bewacht werden, damit niemand auf die Inseln gelangen kann. Die Betonung liegt auf „sollte“, denn heute Morgen hat ein kroatischer Einheimischer eine beängstigende Entdeckung gemacht. Auf dem Weg zur Arbeit auf dem Festland passierte er die Brücke ohne jegliche Kontrolle. Polizisten? Fehlanzeige. Stattdessen fuhren einige Autos mit deutschem und italienischem Kennzeichen auf die Insel. Wie kamen diese Menschen überhaupt über die Grenze? Italien ist doch angeblich abgeriegelt? Abgesehen davon, dass diese Menschen die Gesetze missachten, denken sie nicht daran, dass sie das Virus auf die Insel bringen könnten und damit andere Menschen gefährden? Denn schon die Tage davor konnte man beobachten, dass viele aus anderen Ländern und Regionen auf die Insel kamen, direkt die Geschäfte stürmten und sich nicht an die Schutzmaßnahmen hielten.

Doch auf Vir scheint alles anders zu verlaufen. Auch ein Anruf bei der Polizei von Zadar, der wohl in die Geschichte eingehen wird. Der erste Beamte, der gefragt wurde, warum die Brücke nicht gesperrt ist, sagte, dass er das nicht weiß und leitete das Gespräch an den Kommandanten weiter. Auch der war nicht sonderlich zugänglich und meinte, man solle den Notruf, also die 112 anrufen. Aber auch dieser Anruf war nicht sonderlich erfolgreich, denn der Mann am anderen Ende sagte, dass er dafür nicht zuständig wäre, hier wäre das Krisenmanagement. Da frage ich mich – was macht das Krisenmanagement, wenn es sich nicht um die Sicherheit der Bürger kümmert? Doch er hatte eine Lösung parat, nämlich eine weitere Telefonnummer, die man anrufen könnte, und diesmal war es die 119. Ich brauche jetzt nicht extra erwähnen, dass auch dieses Gespräch nichts brachte, ja nicht einmal stattfand. Stattdessen hörte man den Satz: Diese Nummer ist nicht erreichbar.

Da fühlt man sich als Bewohner so richtig sicher und beschützt. Strenge Regeln und Verordnungen werden vorgegeben, die allesamt sinnvoll sind – nur keiner hält sich daran bzw. es gibt niemanden, der kontrolliert, ob dagegen verstoßen wird. Und da frage ich mich, wie lange es noch dauern wird, bis es auch in Kroatien einen extremen Anstieg an Infizierten und Toten gibt. Die offenen Tore laden das Virus ein, und es wird auch vor der hiesigen Bevölkerung nicht halt machen.

Redaktion Land und Leute
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