Durch die Kriegswirren im Balkan frei gekommen und im Laufe der Jahre verwildert, finden sich heute in Kroatien mehrere Herden verwilderter Hauspferde. Und das vor einer großartigen Kulisse. Denn im Hinterland der kroatischen Küste entstanden die weltberühmten Filme über das Leben des Apachenhäuptlings Winnetou.

Im Dinarischen Gebirge im ehemaligen Jugoslawien wurden in den 60er-Jahren Karl Mays Winnetou-Filme gedreht. Eine Gegend, die auch heute noch wild und naturbelassen ist. Und dort, mitten in der einstigen Filmkulisse, leben heute wilde Pferde.

Vom Bauernpferd zum Wildpferd

Die Pferde sind verwilderte Bauernpferde, die seit mehreren Generationen in den Bergen von Bosnien-Herzegowina auf 1.500 Metern Höhe leben. Ihre Vorfahren wurden vor 40 Jahren von den Menschen frei gelassen. Sie wurden nicht mehr gebraucht, ihre Arbeit auf dem Feld hatten Traktoren übernommen. Seitdem leben die Pferde in den Bergen frei und unabhängig und müssen für sich selbst sorgen, um zu überleben. Ihr Lebensraum ist felsig und karg. Im Sommer wird es über 30 Grad heiß und es herrscht Wassermangel. Im Winter dagegen eisige Kälte bis zu minus 40 Grad. Aber mit Widrigkeiten umzugehen, sind die Tiere gewohnt. Schließlich stammen sie von einer robusten Bauernpferderasse ab. Die ärgsten Bedrohungen, mit denen sie konfrontiert werden, gehen nicht etwa von den Wölfen aus, die ihnen gelegentlich auflauern, sondern von den Menschen. (NR)

BR Presse/Angelika Vogel
Bild/Video: BR


 

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