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WIE PRALJAK AN DAS TÖDLICHE GIFT KAM

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„Dieser Vorfall war bereits das zweite Mal, dass verbotene Substanzen in das Tribunal gelangten“, so Florence Hartmann, welche mit dieser Aussage auf Slobodan Milošević verwies.

„Man hat es damals nicht sofort bemerkt, da er ein Gegenmittel genommen hat, welches die Wirkung seines Medikaments gegen Bluthochdruck aufgehoben hat. Es ist mehr als schockierend, dass die Sicherheitsbeauftragten dies nicht verhindern konnten“, führte sie fort.

Die versuchte Autointoxikation Miloševićs spielte sich damals, im Gegensatz zu Praljaks Suizid, nicht vor laufenden Kameras hab. Was sich jedoch live während der Urteilsverkündung abgespielt hat, sei laut Hartmann ein großes Versäumnis.

Die ehemalige Pressesprecherin des UN-Tribunals meint zudem, dass es sehr schwer sei, einen Selbstmord zu verhindern, wenn jemand dazu entschlossen ist. Jedoch sollte es unmöglich sein, in die Räumlichkeiten des Tribunals jene Substanzen hineinzuschmuggeln, die einen Suizid möglich machen.

Wie kam Praljak zu Gift?
„Jemand aus seiner näheren Umgebung muss die Substanz am Tag der Urteilsverkündung in das Tribunal gebracht hat. Sie alle wurden am Eingang kontrolliert. Jetzt werden Untersuchungen gestartet, wer das Gift hineingeschmuggelt hat“, erklärte Hartmann.

Auch wenn bisher noch nichts zum genauen Hergang bekannt ist, so wird bereits gemunkelt, dass Praljak den Gift-Trunk in seine Zelle geschmuggelt bekommen hat. Um den Selbstmord zu verhindern, hätte man ihm die toxischen Substanzen bereits vor der Verhandlung abnehmen müssen. Die Sicherheitsbeamten standen bei der Verhandlung viel zu weit von Praljak entfernt, um ihn vom Einnehmen des Gifts abzuhalten.

All dies hätte laut Hartmann nicht passieren dürfen, da dieser Zwischenfall dazu verwendet werden wird, um das internationale Recht bloßzustellen. Es sei ein herber Schlag für den Kampf gegen Straflosigkeit und jenen gegen Massenverbrechen gegen die Zivilbevölkerung.

Kroatien in Verbrechen involviert
Die Bestätigung des Tribunals, dass es gemeinsamen verbrecherischen Vorhaben unter Führung des damaligen kroatischen Präsidenten Franjo Tuđjman war, sei laut Hartmann von großer Wichtigkeit.

„Es ist wichtig, dass bestätigt wurde, dass der Krieg und die Massenverbrechen gegen die Zivilbevölkerung [Amn.d.Redaktion: bezogen auf das „Projekt Herceg-Bosna“] nicht nur außerhalb der Grenzen von Bosnien-Herzegowina initiiert wurden, sondern auch das Ziel hatten, Bosnien-Herzegowina zu zerstückeln und neue Staaten auf dem dessen Territorium zu erschaffen.“

N. Rieger

Quelle: Kosmos

Bild: delo.si, Screenshot

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