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VERGLEICH DAMALS-HEUTE: GEHT ES DEN NACHFOLGESTAATEN JUGOSLAWIENS BESSER?

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Jugoslawien war die Heimat von mehr als 23 Millionen Einwohnern, bevor es in den 90er Jahren zerbrach. Heute sind die Lager bezüglich des ehemaligen Staates gespalten.

Befragungen, wie jene der Agentur „Galup“ aus 2017, zeigen, dass es auch weiterhin zahlreiche Jugonostalgiker in den Nachfolgestaaten gibt. Durchschnittlich trauern die Bewohner Serbiens und Bosnien-Herzegowina, gefolgt von Mazedonien und Montenegro am meisten nach. Im Gegensatz dazu sehen Kroaten und Slowenen in ihren souveränen Staaten eine große Verbesserung der Gesamtsituation.

Bereits in der Zeit Jugoslawiens galt Slowenien als „erfolgreichste“ Republik. Dies ist auch weiterhin der Fall. Obwohl das Land in den vergangenen 27 Jahren ein Bevölkerungswachstum (1991 SFRJ: 1.962.606 – 2011: 2.050.198) verzeichnete, so kämpft das Land mit dem Altersdurchschnitt. Bezüglich des Verdienstes ist das kleine Balkanland absoluter Spitzenreiter. Laut dem Statistikbüro Sloweniens belief sich der Durchschnittslohn im Februar dieses Jahres auf 1.062 Euro. Ebenso stieg das Bruttoinlandsprodukt des Landes, seit dessen Unabhängigkeit, um ein Vielfaches.

Auch in Kroatien kam es seit dem Zerfall Jugoslawiens zu einer Verbesserung der Lohnsituation. Nichtsdestotrotz kämpft das Land, spätestens seit dem EU-Beitritt, mit einer sehr hohen Abwanderungsquote. Dies liegt unter anderem auch an der steigenden Arbeitslosigkeit, die seit 90 von 8,6 Prozent auf 12,7 Prozent stieg. Laut der letzten Volkszählung leben in Kroatien 4.760.344 Menschen, knapp eine halbe Million weniger als noch 2011. Das Durchschnittsgehalt beläuft sich auf 6.220 Kuna (knapp 850 Euro) und liegt somit rund 200 Euro hinter Slowenien.

Anfang der 1990er Jahre lebten rund etwas mehr als zwei Millionen Menschen in Mazedonien. 2016 veröffentlichte die Statistikagentur Mazedonien, dass im Land 2.072.490 Menschen leben, was einen leichten Anstieg der Bevölkerung bedeutet. Ein besonders großes Problem des Staates ist die hohe Arbeitslosigkeit, die sich Ende 2017 auf 21,9 Prozent belief. Das Durchschnittsgehalt in diesem Nachfolgestaat Jugoslawiens betrug vergangenes Jahr 23.196 Denar (377 Euro) – das Schlusslicht dieser Liste. Zudem sind die Lebenserhaltungskosten sehr hoch, weshalb den Mazedoniern oftmals nur rund 20 Euro vom Gehalt übrigbleiben.

Seit der Volkszählung von 1991 (4.377.033 Einwohner) verringerte sich die Bevölkerung in Bosnien-Herzegowina um knapp 850.000 Personen. Laut offizieller Statistiken der staatlichen Institutionen ist jeder fünfte Bosnier arbeitslos, während internationale Organisationen von einer Arbeitslosigkeit von bis zu 38 Prozent ausgehen. Auch der Durschnittslohn des Landes befindet sich am unteren Ende dieser ex-jugoslawischen Liste: 863 KM (rund 440 Euro). Wie auch in vielen anderen Nachfolgestaaten reicht ein normaler Lohn nicht wirklich aus, um die monatlichen Lebenshaltungskosten zu decken.

Seit der letzten Volkszählung im ehemaligen Jugoslawien im Jahre 1991 (615.267) leben heute knapp 10.000 Menschen mehr in Montenegro. Auch wenn sich das Land hinsichtlich des durchschnittlichen Verdienstes vor Serbien, Mazedonien und Bosnien-Herzegowina befindet, so ist die Differenz nicht besonders hoch: 510 Euro. Davon bleiben nach Abzug von Miete, Grundnahrungsmitteln, Strom, Gas, Wasser etc. nur rund 50 Euro übrig.

Vor 27 Jahren lebten in Serbien 7.822.795 Menschen. Seither verringerte sich diese Anzahl um 635.933 auf 7.186.862 (2011). Insgesamt 14,7 Prozent der Bevölkerung waren Ende 2017 arbeitslos und jene, die einen Job haben, verdienten im Durchschnitt 50.048 Dinar (422,6 Euro). Wie auch in den anderen Nachfolgestaaten reicht ein durchschnittlicher Lohn nicht aus, um die Lebenserhaltungskosten einer einzelnen Person (Wohnung, Essen, Nebenkosten, etc.) zu decken.

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