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Stari grad Sokolac

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Ich glaube, den meisten von uns, die die A1 Richtung Süden fahren, ist in der Nähe von Brinje der kleine Hügel aufgefallen, auf dem eine halb zerstörte Kapelle drohnt. Es lohnt sich wirklich, hier einen Abstecher zu machen, und diese archäologische Lokalität einmal näher zu besichtigen.

Der Boden, auf dem diese Ruinen stehen, ist geschichtsträchtig. Denn hier residierten einst die Fürsten von Krk in einer großen Festung, umgeben von einer großen Siedlung. Zu ihrer Zeit herrschte hier Wohlstand, die Menschen waren reich und das fruchtbare Land gab ihnen genügend Nahrung.



2015 wurden hier Ausgrabungen durchgeführt, allerdings konnte nur ein kleiner Teil der Anlage erforscht werden. Eine Stadt wie Brinje, in der der Tourismus noch nicht so richtig angekommen ist, kann die dafür benötigten Mittel einfach nicht aufbringen. Aber die Ergebnisse sprechen für sich, denn erstmals konnte die Burg und ihre Kapelle in ihren Ausmaßen dokumentiert werden.


Im frühen 14. Jahrhundert wurde Brinje erstmals erwähnt, der Aufstieg zur politisch und wirtschaftlich wichtigen Stadt erfolgte sehr schnell. Der Grundstein der Festung wurde um 1400 gelegt, 1424 wurde hier der slowakische König Žigmind empfangen. In den folgenden Jahren gaben sich die gekrönten Häupter die Klinke in die Hand.



Und solch wichtige Besucher mussten in einer entsprechend prunkvollen Burg empfangen werden. Schon das Eingangstor, das in einem hohen, viereckigen Turm war, musste Ankömmlinge tief beeindrucken. Von dort kam man in ein zentrales Gebäude mit typisch gotischer Architektur. Der Raum war dreiteilig, Tore führten in weitere Räume sowie in die Kapelle der Dreieinigkeit.



Leider ist von der Burg kaum etwas erhalten, nur die gotische Kapelle, die von 1405-1415 gebaut wurde, hat alle Wirren überstanden. Sie gehört zu den wichtigsten gotischen Denkmälern der Zeit, die in Kroatien erhalten sind. Die Kreuzform ist zwar vorhanden, aber nicht sehr ausgeprägt. Sie besteht aus 3 Stockwerken, eine Mauer ist in die Festungsmauer intregiert. Im Inneren kann man heute noch die Kreuzgewölbe bewundern, die völlig frei schwebend die Decke tragen.



Dieses Zentrum der politischen Macht zog natürlich auch Menschen an, die hier leben und arbeiten wollten. So wurde an die Festungsmauer der Burg eine Siedlung angebaut, die eine eigene Stadtmauer bekam. Von dieser Mauer sind noch die Grundfesten eines runden Turms erhalten.

Als auch die Lika immer wieder von den Türken überfallen wurde, bekam die Festung eine neue Aufgabe. Das Militär bezog hier Stellung, die Mauern wurden weiter verstärkt und, so trotzte Sokolac 300 Jahre lang den Angreifern. In dieser Zeit wechselten die Besitzermehrfach, einer der wichtigsten war der Habsburger Matija Korvin (Matthias Korvinus), der die Türken im 15. Jahrhundert in Wien bekämpfte (1. Türkenkrieg). Aber auch nachfolgende Herrscher mussten Sokolac immer wieder verteidigen.

Als die Gefahr durch die Türken endlich vorbei war, verließen die Adeligen die Festung. Seitdem ist sie dem Verfall preis gegeben.

Das Kroatische Kulturministerium hat für 2018 einen Zuschuss über 300.000,00 kn gebilligt.

Ein Beitrag von: Moni Losem
 Quelle: Hrvatski Restauratorski Zavod
 Bilder: Moni Losem
 Literaturtipp: Branko Nadilo 2002: UTVRDA SOKOLAC IZNAD BRINJA, GRAĐEVINAR 54 (2002) 5
 Anreisetipp: Die Ausfahrt Brinje nehmen und Richtung Sokolac fahren. Im Ort sind genügend Parkplätze vorhanden. Zur Burg führt ein Schotterweg.
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