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Spitzenschule für Spitzenwinzer

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Weinbau und Önologie wird im slawonischen Požega in einem Gebiet studiert, das eine lange Wein- und Kulinariktradition hat. Dazu gehört, dass die Studenten ihren eigenen Wein produzieren. Selbst aus Frankreich kommen Austauschstudierende.

“Dieser Wein hat eine Seele, er erzählt eine Geschichte und es ist meine Geschichte.” Snježana ist eine der Studierenden im dritten Jahr des Weinbau- und Önologie-Diplomstudiums. Im vergangenen Jahr waren alle für die Pflege und Kultivierung einer eigenen Rebenreihe im Weinberg verantwortlich. Vom Rebschnitt in der Winterzeit bis zur Weinlese wurde zweimal wöchentlich im Weingarten gearbeitet, denn der Auftrag lautete: 100 Liter eigenen Wein aus der eigenen Ernte zu produzieren.

“Es ist ein unbeschreibliches Gefühl. Das habe ich mit dem Wissen und den Fähigkeiten geschaffen, die ich an dieser Hochschule erworben habe.”

Snježana Prijić, Studierende

Gefeiert wird Snježanas Diplom mit ihrer Abschlussarbeit: 100 Liter Grauburgunder (Pinot grigio).

“Dieser Wein ist sowohl das Produkt selbstständiger Leistungen der Studierenden, als auch der von uns geleiteten studentischen Arbeit, für die wir die wir verantwortlich sind. Die letzte Aufgabe im Fach ‘Weinterminologie und Weintechnologie’ für die Kollegin oder den Kollegen lautet daher: Präsentieren Sie Ihren persönlichen Wein.”

Josip Mesić

“Als erstes nehmen wir den charakteristischen Sortenduft des Grauburgunders wahr, aber auch die ausgeprägte Säure und die Struktur. Das ist ein angenehm zu trinkender, körperreicher Wein.”

Snježana Prijić

Die Hochschule in Požega ist eine der jüngsten in Kroatien. Das Weinbau-, Önologie und Obstbaustudium ist sehr wichtig für diese charakteristische kontinentale Weinregion. Im Unterschied zu anderen Studieneinrichtungen steht hier die selbständige Arbeit der Studenten im Vordergrund. Deswegen hat die Hochschule auch in die Pflanzung eines eigenen Weingartens an den Südhängen des Naturparks Papuk und in den Ausbau eines modern eingerichteten Weinkellers investiert.

“60 Prozent der gesamten Unterrichtszeit sind Übungen und Fachpraktika. Die Studenten verbringen im zweiten und vor allem im dritten Jahr den Großteil ihrer Zeit im Weingarten und im Weinkeller.”

Josip Mesić

Auf die hervorragende Zusammenarbeit der Hochschule in Požega mit Weinakademien in Frankreich ist auch der rege Studentenaustausch zurückzuführen. Monika war ein Semester in der Region Champagne und lernte dort alles über die Schaumweinerzeugung. Sébastien war von der Vielfältigkeit der Böden und der klimatischen Verhältnisse in Kroatienbeeindruckt.

“Wir lernen, wie man Wein gut verkaufen kann. Hier wird Marketing nicht als Vorlesung angeboten. Das ist der größte Unterschied zwischen dem Studium an der Hochschule Bel Air in Frankreich und dem in Požega.”

Sébastien Cusset, Student des Lycée Bel Air, Rhône-Alpes

Der Überschuss an geernteten Weintrauben kommt in Gemeinschaftsfässer. Hier lernen Studenten wie man verschiedenste Verschnitte herstellt, die in einem kleinen Shop im Rahmen der Hochschule verkauft werden.

“Das Produkt der Studierenden sind Weintrauben und Wein. Unser Produkt sind die Studierenden. Wenn man mit jungen Menschen arbeitet, haben Probleme einfach keine Chance, denn auf der einen Seite fühlt man sich selber noch jung und auf der anderen Seite sind die guten Weine das Resultat der Arbeit hervorragender Studierender.”

Josip Mesić

(NR)

BR-Presse/TV Kroatien-Sanja Pražen
Bild: BR
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