Die RS-Regierung hat beschlossen eine internationale Kommission zu den Ereignissen in Srebrenica zu formen. Wolfgang Petritsch, früherer internationaler Bosnien-Beauftragte, kritisierte die Entscheidung des Parlaments des serbischen Landesteils von Bosnien.

Eine unabhängige Kommission soll mit der Aufgabe betraut werden die Ereignisse aus Srebrenica aus den Kriegsjahren 1992-1995 zu ermitteln. Dies fordert das Parlament der Republika Srpska. Auf der Website der RS-Regierung in einem Bericht erklärt, dass das Vertrauen und die Toleranz unter den Ethnien in Bosnien-Herzegowina nur dadurch wieder hergestellt werden kann. Nur so könne die endgültige Aussöhnung und Koexistenz der künftigen Generationen erreicht werden.

In einer Sondersitzung des Parlaments der RS am 14. August 2018 stimmten alle Anwesenden für die Bildung einer Kommission und die Annullierung eines im Jahr 2004 angefertigten Srebrenica-Berichts. Der ehemalige internationale Bosnien-Beauftragte Wolfgang Petritsch bezeichnete diese Entscheidung als „moralischen Bankrott“, berichtet ORF.

Forderung von zwei neuen Berichten
Alle, die dafür gestimmt hätten, hätten gezeigt, dass sie nichts aus der tragischen Geschichte der Region gelernt hätten, wurde Petritsch heute vom Belgrader TV-Sender RTS zitiert. Petritsch war von 1999 bis 2002 internationaler Bosnien-Beauftragter in Sarajevo.

Des Weiteren fordert das Parlament der Republika Srpska die Regierung in Banja Luka, zwei neue Berichte anzufertigen, einen über die Geschehnisse auf dem Gebiet von Srebrenica, wobei auch die serbischen Kriegsopfer (1992-95) berücksichtigt werden sollen, und einen anderen zu serbischen Kriegsopfern in Sarajevo.

Eine bosnisch-serbische Regierungskommission hatte sich 2004 mit dem Srebrenica-Massaker vom Juli 1995 befasst und die Zahl der Todesopfer mit rund 7.800 beziffert. Dieser Bericht wurde vom Parlament nun aufgehoben.

Kosmo.at
Bild: Dalmatinka Media
Video: BR
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