Home Touristik Primošten – Fluchtburg vor den Türken und Treffpunkt der Esperantisten

Primošten – Fluchtburg vor den Türken und Treffpunkt der Esperantisten

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Die Vor- und Nachsaison ist sicher die beste Zeit, die Städte an der Küste zu besuchen. Bereits im Februar kann es so warm sein, dass man keine Jacke mehr braucht, die Innenstädte sind leer und es gibt kein Gedränge und dank des milden Klimas blühen in den Gärten schon viele Blumen. Und in der jetzt klaren Luft wird jedes Bild zum Postkartenmotiv.

Heute besuchen wir Primošten, eine kleine Stadt südlich von Šibenik. Der Stadtkern wurde einst auf einer kleinen, hügeligen Insel gebaut, die später durch eine bewegliche Holzbrücke mit dem Festland verbunden wurde. Im 17. Jahrhundert schütteten die Einwohner einen Damm auf, der heute noch das Festland mit der Insel verbindet. Und auf diese Brücke geht auch der Namen dieser Stadt zurück. „Pri mostu“, also „bei der Brücke“ wurde im Lauf der Zeit zu Primošten.

Die Gründung im Jahr 1386 geht auf kriegerische Auseinandersetzungen mit den Türken zurück. Dieser erste Ansturm der Osmanen zwang Familien aus Bosnien, ihre Heimat zu verlassen, und auf die kleine Insel zu ziehen. Und sie befestigten ihre Insel gut, die imposante Stadtmauer schützte die Einwohner auch in den folgenden Jahrhunderten davor, von den Türken überfallen zu werden. Und sollte die Gefahr doch zu groß gewesen sein, haben sie sich vorübergehend auf die vorgelagerten Inseln zurückgezogen.



Primošten mauserte sich im 19. Jahrhundert zu einer wichtigen und mächtigen Handelsstadt. Davon zeugen auch die Häuser aus der Zeit, die den Reichtum der Bewohner widerspiegeln. Zwischen den mehrstöckigen Gebäuden findet man aber immer wieder kleine Häuser, die leider dem Verfall preis gegeben sind.

Um 1950 wurde die Stadt zu einer Hochburg einer Bewegung, deren Grundsatz die Gleichheit aller Menschen war. Es sollen Esperantisten gewesen sein, die hier den Grundstein für den zukünftigen Tourismus gelegt haben. Unter dem Motte “Sonne, Meer, Freundschaft, Gesundheit” haben die Gäste für die damalige Zeit sicherlich einzigartige Urlaubstage im Esperanto-Camp auf der Halbinsel Raduca verbracht.



Die Stadt betritt man stilgerecht durch das große Stadttor, vor dem die Statue eines Pärchens mit einem Esel steht. Und gleich hinter dem Tor geht es leicht bergauf, durch enge Gassen, vorbei an wunderschönen alten Häusern, die teilweise renoviert sind.



Die letzten Meter sind eine kleine Treppe, die man noch bewältigen muss. Aber der Weg nach oben lohnt sich, denn man wird durch einen gigantischen Blick auf das offene Meer belohnt. Und hier sieht man auch die kleine Insel Tmara, auf der sich früher Liebende getroffen haben.



Den besten Platz der Stadt nimmt die Kirche der dazugehörige Friedhof ein. Sie wurde 1485 gegründet und ist dem Hl. Georg (Sv. Jure) geweiht. Die einschiffige Basilika wurde im Laufe der Jahrhunderte immer wieder umgebaut, sodass sie heute einen kunterbunten Stilmix aufweist. Die Innenausstattung ist Barock, an der Decke prangt ein Fresko in kräftigen Farben.



In einer Nische ist das Bild der Schwarzen Madonna von Loreto zu sehen, das einst von Mark Prgin nach Primošten gebracht wurde. Sie gilt als die Schutzpatronin der Stadt, und ihr zu Ehren wurde 2017 eine 17,5 Meter hohe Statue auf dem Berg Gaj errichtet.

Am hinteren Ende des Friedhofs ist eine Treppe, die wieder in die Gasse nach unten führt. Auch hier kommt man an renovierten und renovierungsbedürftigen Häusern vorbei.



Zum Schluss sollte noch die Kirche Sv. Rok besichtigt werden, die gegenüber vom Stadttor steht. Sie war vermutlich die Friedhofskirche und war ursprünglich dem Hl. Spyridon geweiht, der vor allen von den serbisch-orthodoxen Christen verehrt wird.




1680 wurde sie erweitert und jetzt dem Hl. Rochus gewidmet. Er ist der Schutzpatron der Kranken und soll die Gläubigen vor allen ansteckenden Krankheiten bewahren.



Vor der Kirche steht die Statue von Don Ivan Šarić, ein Priester, der während des 2. Weltkriegs hier die Bevölkerung aktiv unterstützte. Er wurde 1944 von Tschetniks erschossen. 1991 wurde ihm zu Ehren eine Statue in Auftrag gegeben, die vor der Kirche ihren Platz fand.

„Er liebte die Menschen und die Freiheit durch die Sprache der Liebe“.

 

 

Ein Beitrag von: Moni Losem
 Bilder: Kroatiens Fauna und Flora
 Quelle: TZ Primošten
 Tipps: Kostenpflichtige Parkplätze sind direkt am Hafen (im Winter kostenlos). Im Winter sind alle Restaurants geschlossen.
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