Home Land und Leute Otok Vir – Ein Rückblick auf das Jahr 2017

Otok Vir – Ein Rückblick auf das Jahr 2017

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Die Insel Vir hat seit den späten 80er Jahren einen unglaublichen Aufschwung erlebt. Vor allem in den letzten 8 Jahren wurde viel für den Tourismus getan. Aber auch auf kommunaler Ebene gab es zahlreiche Änderungen, die den Einwohnern das Leben erleichtern sollen. Wobei die Maßnahmen nicht immer unumstritten waren.

Auch wenn die Insel klein ist und man eigentlich ein beschauliches Leben erwartet, hat das Jahr 2017 gezeigt, dass es hier durchaus turbulent zugehen kann.

Der Beginn des Jahres 2017 stand ganz im Zeichen der Bürgermeisterwahl. Der Wahlkampf war heftig, jeder versuchte, sein Programm den Wählern vorzustellen und Stimmen zu sammeln. Aber das Engagement der jungen Kontrahenten kam gegen den amtierenden Bürgermeister Kristijan Kapović nicht an. Und so blieb der alte Bürgermeister auch der neue.
Im Frühjahr bis Mitte Juni darf noch gebaut werden. Diese Zeit wurde dafür verwendet, die Infrastruktur zu verbessern. Viele Straßen auf Vir sind noch nicht befestigt und bestehen mehr aus Schlaglöchern denn aus einer fahrbaren Unterlage. Auf Antrag wurden diese mit einer Schicht Asphalt überzogen. Und auch an der Wasserversorgung und Kanalisation wurde weiter gearbeitet, sodass es einige Haushalte gibt, die mittlerweile über Leitungswasser verfügen.


Der Sommer auf Vir brachte viele Touristen, die Sonne, Meer und auch die hiesige Gastronomie genossen. Das Tourismusbüro hat ein gewaltiges Programm aufgestellt, sodass es für Jung und Alt genügend Unterhaltung gab. Jeden Samstag fand abends ein Konzert statt, das auch Besucher umliegender Gemeinden anzog. Es gab Wettkämpfe in Boccia, ein Ballspiel, das sich in Dalmatien größter Beliebtheit erfreut. Und die Radrennen von Zadar oder Nin nach Vir sind seit vielen Jahren ein beliebter Anlass, mal wieder in die Pedale zu treten.

Der Herbst wurde sehr stürmisch – und das in jeder Beziehung. Ab Mitte Oktober schlug das Wetter regelrechte Kapriolen, mal gab es heftige Bura, die kalte Luft aus dem Velebit mitbrachte. Dann brachte uns der Jugo aus dem Süden Regenwolken und heftige Regenfälle. Das Tiefdruckgebiet Gracija im September, das in Nin so schwere Schäden verursacht hatte, hatte auf Vir zum Glück keine großen Auswirkungen.

Aber auch auf kommunaler Ebene standen plötzlich alle Zeichen auf Sturm. Im Oktober hatte ein Gutachter die Insel besucht und illegal angelegte Bootsanlegestellen beanstandet. Sie müssen so schnell wie möglich entfernt werden. Das Thema Ankerplätze war eigentlich das ganze Jahr über Thema. Denn die Anzahl der Boote von Touristen war in diesem Jahr besonders groß, manche Buchten waren deshalb zum Baden überhaupt nicht mehr verfügbar.

 

Das Grundstück für die geplante Tankstelle

Im Dezember kam dann ein Paukenschlag. Die Tankstellenkette Tri Bartolo hat auf Vir ein Grundstück gekauft und eine Baugenehmigung für die Errichtung erhalten – und das alles hinter dem Rücken der Gemeinde. Die Reaktion des Bürgermeisters blieb nicht lange aus. Er ließ den errichteten Bauzaun wegreißen und erstattete gegen drei Mitarbeiter der Županja Zadar bei der USKOK Anzeige. Außerdem verklagte er die Stadt Zadar auf 30 Millionen Kuna für Straßenbau und das Aufstellen von Laternen.
Ende Dezember hat die Gemeinde Vir ihre Pläne für das 2018 vorgestellt. Der wohl wichtigste Teil dabei ist die Errichtung eines großen Hotels im Zentrum von Vir. Es soll 150 Betten haben. Es scheint aber mit dem Standort noch Probleme zu geben, weil die wenigen freien Plätze Privatbesitz sind.

Und so können wir auf das Jahr 2018 gespannt sein. Ob sich alle Pläne verwirklichen lassen, und ob ihre Durchführung auch tatsächlich ein Segen für die Insel und ihre Bewohner ist.

Ein Beitrag von: Moni Losem
Quelle: Antena Zadar, Zadarski List
Bilder: Moni Losem
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