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Neues Gemeindeleben im Städtchen Kastav

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Kastav, ein Städtchen auf dem Hügel unweit von Rijeka und Opatija, hat immer schon eine Anziehungskraft auf Künstler ausgeübt. Malerische Gässchen und die interessante Architektur von Kastav erinnern an die Vergangenheit.

Im Jahre 1806 haben Napoleons Soldaten in der Altstadt von Kastav einen Backofen errichtet. Die Franzosen zogen ab, und der Backofen blieb. Im Jahre 1887 kaufte ihn der Bäcker Frano Bačić. Der Verein “Kultursommer von Kastav”, die Stadt und die Gespanschaft Primorje-Gorski Kotar hat durch die Initiative einiger Enthusiasten vor sechs Jahren den alten Backofen revitalisiert.

Und so ist ein kleines dem Bäckerhandwerk gewidmetes Heimatmuseum entstanden. So, als ob die Zeit stehen geblieben wäre.

“Am Beginn haben wir ein ziemlich umfangreiches Programm unter dem Namen ‘Alte gute Sachen’ zusammengestellt. Da wir stets bemüht sind, das Kulturerbe zu erhalten und uns noch immer mit Freude an die feinen Menschen von damals erinnern, die in einem bescheidenen Ambiente miteinander ehrlich und höflich umgegangen sind.”

Božica Župičić, Präsidentin des Vereins Kulturstadt

Der aus Stein und Ziegeln gemauerte Backofen hat einst die ganze Stadt ernährt. Täglich hat man hier das traditionelle Brot aus Mischmehl und Kartoffeln gebacken. An Festtagen verbreitete sich im ganzen Ort der Duft des frisch gebackenen Brotes und süßer Köstlichkeiten. Anstatt einander Blumen zu schenken, schenkte man den feinen Kuchen. Jeden Freitag backen jetzt die Mitglieder des Vereines “Kulturstadt” Brot und heizen den Ofen auf die richtige Temperatur auf. Und jeden Freitag um 17 Uhr kann man das frisch gebackene Brot kosten.

Die Kinder sind die dankbarsten Gäste. Sie interessieren sich für alles. Sie stellen Fragen ohne Ende und helfen beim Brotbacken mit. Für viele von ihnen ist es die erste Begegnung mit Mehl und Teig. Am spannendsten ist es, wenn das frische Brot mit der alten Holzschaufel aus dem Ofen geholt wird.

Den Duft und den Geschmack des frisch gebackenen Brotes kann man nicht vergessen. Ein Gast in “Peknjica” hat geschrieben: “Danke, dass Sie mich an etwas erinnert haben, das ich nie mehr zu erleben dachte.” (NR)

BR-Presse/TV-Kroatien-Maja Kobol
Bild: BR

 

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