Home Breaking News Letztes Jahr gegen Waldbrände gekämpft und dieses Jahr flattern die ersten Strafen ein

Letztes Jahr gegen Waldbrände gekämpft und dieses Jahr flattern die ersten Strafen ein

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Die Bilder der verheerenden Waldbrände des letzten Jahres rund um Split schockierten Europa. Gerade in Žrnovnica und im östlichen Teil der Stadt Split wütetet die Flammen am heftigsten, zahlreiche Häuser waren bedroht und nicht alle konnten vor dem Flammeninferno gerettet werden. Es entstanden enorme Schäden für die Olivenbauern, zahlreiche Biokulturen wurden vernichtet, Häuser, Fahrzeuge usw. wurden beschädigt, die getätigten Entschädigungszahlungen des Staates waren lächerlich.

Lächerliche Entschädigungszahlungen durch den Staat

In den vergangenen Monaten bekamen die Betroffenen ihre Entschädigungszahlungen. Für die betroffenen landwirtschaftlichen Flächen wurden 5,4 Prozent des bestätigten Schadens (lt. Gutachten) und für Schäden an Wohneinheiten und Infrastruktur 21 Prozent des bestätigten Schadens (lt. Gutachten) ausbezahlt. Die Stadt Split erhielt etwas weniger als 600.000 Kuna für die erlittenen Schäden, davon entfielen insgesamt 53.000 Kuna auf die Landwirtschaft. Die Gesamtsumme von 53.000 Kuna wurde auf 175 Personen aufgeteilt, viele weigerten sich diese lächerlichen Entschädigungszahlungen anzunehmen. Ca. 546.000 Kuna für Wohneinheiten wurden auf 50 Personen verteilt.

Als ob das nicht beschämend genug wäre, bekamen einige Bürger Žrnovnicas in den letzten Tagen Strafen per Post zugeschickt. Absender „Hrvatske Šume“ (Kroatische Wälder). Aus welchem Grund fragt sich da der Bürger… Doch fangen wir von vorne an.

Am 17.Juli wüteten die Flammen in Žrnovnica, alle verfügbaren Feuerwehrkräfte aus ganz Kroatien, zahlreiche Bürger kämpften gegen die Flammen. Einige Häuser waren von anliegenden brennenden Tannen bedroht, für die die „Kroatischen Wälder“ verantwortlich sind. Die Anwohner hatten keine Wahl und mussten diese Tannen fällen und zersägen um ihre Heime und Grundstücke retten zu können. Nachdem die Brände gelöscht wurden entschieden sich die Bürger die gefällten Tannen von ihren Grundstücken selbstständig zu entfernen, es gab keinen Sinn auf die Arbeiter der „Kroatischen Wälder“ zu warten. Dementsprechend entfernten sie alles von ihren privaten Grundstücken und angrenzenden öffentlichen Straßen.

Verwarnungen und Strafen werden verteilt

Danach beginnen die eigentlichen Probleme. Wie uns die Bewohner berichteten, begannen Mitarbeiter der Waldbehörde Verwarnungen zu schreiben und zu verteilen an alle die, die Bäume rund um ihr Anwesen gefällt haben, obwohl diese eine Bedrohung für die Heime darstellten. Ja, Sie lesen richtig. Menschen, die in diesen Momenten um ihre Existenz kämpften und um die Rettung ihrer Heime, wurden jetzt bestraft da sie Bäume ohne Zustimmung der „Kroatischen Wälder“ gefällt haben.

Genau diese Behörde „Kroatische Wälder“ sollte zuständig sein für die Wälder, doch was finden sie explizit in Žrnovnica, Sträucher die auf die Straße ragen, wildes Wachstum rund um die Häuser und Grundstücke usw. Eine weitere kroatische Behörde die nur kassieren möchte, dafür aber nichts tun möchte.

„An dem Tag rief mich eine Frau an, dass ich schnellstmöglich nach Žrnovnica komme, da die Situation äußerst alarmant ist. Zuerst glaubte ich ihr nicht, doch als ich mit meinen Nachbarn telefonierte wurde mir schnell bewusst das die Flammen bedrohlich nah sind und etwas unternommen werden muss. Ich kam in Žrnovnica an und die Flammen waren wenige hundert Meter von den Häusern entfernt. Es war nur eine Frage der Zeit bis das Feuer mein Haus erreichen würde, deshalb beschloss ich einige naheliegenden Tannen, die mein Haus bedrohen würden, zu fällen. Trotz der zersägten Bäume fing das Styropor an meinen Hauswänden zu schmelzen, da das Feuer vor meiner Tür wütete. Die Tannenreste wurden gute drei Monate nach den Waldbränden von der Waldbehörde nicht entsorgt, was deren Job ist. In der ganzen Nachbarschaft taten wir uns zusammen und schafften die Reste beiseite. Nach all dem bin ich schockiert über die „Grußkarten“ der zuständigen Behörde. Wer ist denn da der Verrückte, frage ich mich?“, berichtet uns ein Anwohner.

Wie wir mitbekommen haben betragen die Strafen 80 bis 800 Kuna. Die Betroffenen sind mehr als verwundert, nachdem sie zuerst lächerliche Entschädigungszahlungen erhalten haben, werden sie jetzt zur Kasse gebeten, obwohl sie in einer Krisensituation nur ihre Heime retten wollten.

Bild: Antunela Rajić
Jurica Zelić

 

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