Auch mehr als 20 Jahre nach dem Ende des Bürgerkrieges in Jugoslawien haben die Balkanländer mit einem Minenproblem zu kämpfen. 2009 wurde das Nationale Programm für Entminung in Kroatien festgelegt, welches vorsieht, dass das Land bis 2019 komplett von Minen befreit wird. Dieser Zeitplan wird jedoch nicht eingehalten werden können. 

203 TOTE UND 39.000 SCHARFE SPRENGKÖRPER

Mehr als 400 Quadratmeter, vor allem Wald- und Gebirgsfläche, in neun Gespanschaften Kroatiens sind noch von Minen betroffen. Insgesamt sind 3.000 Gebiete, sowie 60 Städte und Gemeinden auch zwei Jahrzehnte später stark von den Sprengkörpern betroffen. Es wird geschätzt, dass sich den bisher noch nicht, bzw. nur teilweise entschärften Gebieten immer noch bis zu 39.000 Minen befinden.

Insgesamt 203 Minentote
Der Direktor des Kroatischen Zentrums für Entminung, Zdravko Modrušan verlautbarte, dass die kroatische Regierung bei den zuständigen Organen der UN um Verlängerung der Frist bis 2025 eingereicht hat. „Priorität hat die Sicherheit der Bürger und der Pyrotechniker. Aus dem Staatsbudget wurden bisher mehr als fünf Milliarden Kuna in die Entminung investiert“, so Modrušan weiter.

Laut Innenminister Davor Božinović wurden bisher mehr als 560 Quadratkilometer entmint und mehr 1424 Quadratkilometer gesichert. Insgesamt 595 Personen wurden durch Minen verletzt, davon 203 tödlich. „Das letzte Kind starb 2004 und die letzte Erwachsene Person 2014. Das vergangene Jahr war das erste ohne Minenunfall“, fügte Božinović hinzu.

Kosmo.at
Bild: Hrvoje Jelavic/Pixsell, VL, KOSMO/Human Rights Watch
Video: ARTE
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