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Kroatiens fehlende Hände in der Tourismusbranche

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Auch in diesem Jahr, im dritten Sommer nach Ausbruch der Corona-Pandemie, werden viele wieder in die kroatischen Städte und Inseln aufbrechen, um dort den langersehnten Urlaub zu verbringen. Sehr beliebt sind nach wie vor die Hafenstädte, wie beispielsweise Dubrovnik oder Split, aber auch die zahlreichen Inseln in der Adria, die Dalmatischen Inseln. Dort gilt es nun noch zu kitten, was geht, denn im Hotel-, Gastro- und im gesamten Tourismusgewerbe sollen ca. 10.000 offene Stellen schnell und bestmöglich besetzt werden. Doch wie kam es überhaupt dazu, dass so viele Arbeitende in der Region fehlen und wie kann Kroatien und anderen Touristengebieten hier noch rechtzeitig geholfen werden, bevor die Urlauber auch dieses Jahr wieder in großen Scharen anreisen?

Wo sind all die helfenden Hände hin?

Gerade diejenigen, die vom Tourismus hauptsächlich abhängig sind, haben unter der Pandemie sehr stark gelitten. Viele Mitarbeiter aus diesem Sektor wurden in Kurzarbeit geschickt oder gekündigt. Infolgedessen haben sich viele, darunter gerade auch sehr viele junge Menschen. umorientiert oder ein zweites Standbein gesucht. Die Online-Selbständigkeit war dann für viele eine Option, sich zunächst einfach nur über Wasser zu halten. Und in der richtigen Nische war es nicht selten die Option, sich gänzlich vom Job in der Tourismusbranche zu verabschieden.

Mithilfe von Profis, die sich auf Suchmaschinenoptimierung spezialisiert haben, konnten selbst kleine Startups schnell groß rauskommen. Die Verlagerung der Konsumwelt in den Online-Bereich, was in Pandemiezeiten noch einmal deutlich verstärkt wurde, sorgte – in Kombination mit den passenden Suchmaschinenmaßnahmen – schnell für Reichweite und dafür, dass das Online-Business beim Publikum ankam. Auf diesem Weg haben viele Mutige den Absprung in die Selbständigkeit gewagt und auch erfolgreich geschafft. Und regionale Angebote, wie etwa der Shop-Dalmatika, der sich auf ein Kroatien-Sortiment fokussiert, oder der Online-Shop Dalmatien „Erleben und Genuss“ zeugen davon, mit welch großen Schritt sich das Land und die Angebote in Richtung Internet bewegt haben.

Die Tourismusbranche, nicht nur in Kroatien sondern auch in anderen südlichen Urlaubsregionen, hatten bereits vor der Corona-Pandemie Probleme damit, ausreichend Mitarbeiter für die Saisontätigkeit zu finden. Oft ist gerade die Saisonanstellung hier ein Manko. Ausgebildete Kroatinnen und Kroaten, die vom doch sehr stark boomenden Tourismus leben, werden immer weniger. Auf der Suche nach einem besseren Leben und besseren Löhnen sind viele auf dem Weg nach West-Europa und heuern dann in Deutschland oder Österreich an, wo nicht nur zwischen Pfingsten und Sommer Hochsaison ist.

Wie kann dem Ganzen entgegengewirkt werden?

Die Lücken, die seit Jahren so in den einzelnen Sektoren der Tourismusbranche entstanden sind, werden bereits seit Längerem mit Kräften aus dem Ausland gefüllt. Als die Verträge vor der Corona-Pandemie ausgelaufen sind, wurden die Arbeiter nach Hause geschickt. Würden sie zurückkommen, fänden sie in Kroatien, welches seit 2013 der Europäischen Union angehört, gute Arbeitsbedingungen und faire Löhne. Berufe wie Köche, Zimmermädchen, Kellner, Gärtner oder Animateure werden nach wie vor gesucht und gerne mit den Gastarbeitern besetzt. Langfristig 10.000 fehlende Stellen über einen längeren Zeitraum hinweg zu besetzen, bleibt eine Aufgabe, die der Tourismusbranche auch den nächsten Jahren erhalten bleibt. Die Festanstellung und Ausbildung eigener Kräfte sollte hier an erster Stelle stehen.

Redaktion Wirtschaft/sea2b-gmbh
Bild: zVg.
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