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Kroatien kämpft um die Sommersaison

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Ein Blogbeitrag des Superyachtforum in Kooperation mit Kroatien-Nachrichten.de 
und dem Yachtanwalt

 

Ich habe heute mit einem Freund auf BRAC nahe Split telefoniert. Er ist zu Hause regelrecht kaserniert. Nur die nötigsten Gänge zu essentiellen Erledigungen sind erlaubt. Die sonst um diese Zeit bereits vermieteten Apartments: leer. Die kleine Manufaktur für Seifen und Kosmetika: geschlossen.

Ein Sohn war vor gut zwei Wochen auf der MARCO POLO von Ancona nach Split und wurde mit der gesamten Besatzung 14 Tage in Quarantäne genommen. Glücklicherweise alle Crewmitglieder negativ.

Kroatien hat sich sehr schnell komplett abgeriegelt. Gut, denn Kroatien lebt zu gut 17% vom Tourismus und kämpft um die Sommersaison. Touristen, die das Bruttosozialprodukt im Tourismus sichern kommen schwerpunktmässig zwischen Mitte Juni und Ende August. 3 Monate. Fällt dieser Umsatz weg, fehlen die Jahreseinnahmen. Wer schon offen hatte, musste bereits schließen. Die Auswirkungen der Krise sind für die Hauptsaison dabei noch gar nicht absehbar.

Auf die Inseln kommen nur noch solcher mit Wohnsitz, selbst wer dort eine Ferienimmobilie zu Eigen hat, kann kein Fährticket kaufen. Ortschaften, Marinas, touristische Einrichtung: geschlossen.

Die Grenzkontrollen rigoros: Wer z.B. aus Deutschland einreist MUSS 14 Tage in Kroatien in Quarantäne. Weißt er eine eigene Immobilie nach, darf er – unter Nachprüfung – die 14 Tage dort verbringen. Hat er diese nicht, wird er auf eigene Kosten in einer staatlichen, vorgeschriebene Quarantäne-Möglichkeiten untergebracht – natürlich unter Polizeibegleitung. Wer dazu nicht bereit sein sollte, kann gleich auf direktem Weg die Heimreise antreten.

Meine Freunde hoffen, Ende Mai / Anfang Juni wieder für Touristen öffnen zu können – wir werden sehen.

Die Regierung sagte den betroffenen Zweigen Unterstützung zu. Am 17. März 2020 verabschiedete sie ein umfassendes Maßnahmenpaket im finanziellen Umfang von umgerechnet mehr als 4 Milliarden Euro. Der größte Teil davon entfällt auf eine dreimonatige Stundung von Steuern und Abgaben (Einkommen- und Gewinnsteuer, Sozialversicherungsbeiträge) für Unternehmen, die sich in finanziellen Schwierigkeiten befinden. Vorgesehen ist die Option auf eine Verlängerung dieser Maßnahme um weitere drei Monate. Das würde eine Entlastung von rund 1,6 Milliarden Euro bringen.

Hier die offizielle Stellungsnahme der ACI.

Redaktion Wirtschaft
Bild: Superyachtforum
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