Home Land und Leute Kulinarisches Jesen i kesten – Herbst und Maroni

Jesen i kesten – Herbst und Maroni

5 min gelesen
0
Ein kulinarischer Beitrag von Moni Losem 

Wenn ich im Herbst durch eine kroatische Stadt spaziere, fallen mir sofort die Maronibrater auf, die ihre gerösteten Maronen verkaufen. Alleine der Geruch verleitet dazu, dass ich mich an den kleinen Eisenofen stelle. Und halte ich dann das Stanitzel mit den gerösteten Früchten in der Hand, schäle die erste und rieche das wunderbare Aroma, werde ich an meine Kindertage in Wien erinnert, wo diese Stände ebenfalls zum herbstlichen Stadtbild gehörten.

Früher waren die Esskastanien ein wichtiges Nahrungsmittel der armen Bevölkerung, da sie sehr stärkehaltig sind. Heute lieben wir sie wenigen ihres nussigen Geschmacks. Dabei sind sie wegen ihres Öls, der Mineralstoffe und der enthaltenen Vitamine ein wertvolles Nahrungsmittel. Sie werden in verschiedenen Formen angeboten: Frisch geerntet, fermentiert und getrocknet, eingelegt und als Besonderheit als Mehl. Maronen in all ihren Zubereitungsformen sind nicht lange haltbar, deshalb sollte man sie jetzt genießen – frisch und mit vollem Geschmack.

Geröstete Maronen kann man ganz leicht selbst herstellen. Die Nüsse werden an der bauchigen Seite tief eingeschnitten und auf einem Backblech oder in einer Maronipfanne verteilt. Im Backofen werden sie bei 180 Grad je nach Größe etwa 30 Minuten geröstet. Die Schale springt dann auf, die innere, haarige Haut platzt. Ich röste sie in einer speziellen Pfanne auf dem offenen Feuer meines Holzherdes. Dadurch wird Geschmack noch viel intensiver.

Die Marone ist die Frucht von Castanea sativa Miller, 1768, der Edelkastanie, pitomi kesten. Dieser sommergrüne Baum kann eine Höhe von 20 Metern erreichen. Er blüht Ende Mai, die Früchte werden Anfang November reif. Dabei sind immer 2-3 Nüsse von einer stacheligen Cupula umgeben, die bei Reife platzt und die Früchte frei gibt.

Einkaufstipps: Von der Edelkastanie gibt es mittlerweile viele Züchtungen mit ziemlich großen Früchten. Wie bei allen Zuchtformen leidet auch hier der Geschmack. Am besten schmecken wilde Maronen, die aber sehr klein und eher flach sind. Ihre Zubereitung ist auch mühsamer, weil sich die innere Haut nur schwer löst. Die gerösteten und geschälten Kastanien müssen dann in ein feuchtes Tuch gewickelt werden. Nach einigen Minuten lässt sich dann die Haut abrubbeln. Maronen aus Kroatien, Österreich und Slowenien sind mittelgroß und sehr aromatisch. Auch Frankreich und Portugal exportiert Kastanien, die allerdings von der chinesischen Art Castanea mollis stammen. Die sehr großen Früchte sind deutlich süßer und auch mehliger.

Die beste Zeit für den Einkauf ist Anfang November bis Mitte Dezember. Danach werden die Preise oft reduziert, denn die Lagerfähigkeit dieser Nüsse neigt sich dem Ende zu. Wenn die Lagerbedingungen nicht optimal waren, können jetzt viele Nüsse innen schimmlig sein.

Esskastanienbohrer

Aber auch manche Insekten haben die Esskastanie zum Fressen gerne. So entwickeln sich die Larven von Curculio elephas Gyllenhaal, 1836, dem Esskastanienbohrer, kestenova pipa, in der Nuss und ernährt sich auch von ihr. Von außen kann man den Befall leicht erkennen, denn in der braunen Schale ist ein kreisrundes Loch, durch die der geschlüpfte Käfer nach außen gelangt.


Ein Beitrag von: Moni Losem
Quelle und Bilder: Kroatiens Fauna und Flora

Mehr in Verbindung stehende Beiträge laden
Mehr laden von croonline
Mehr laden in Kulinarisches

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *

Überprüfen Sie auch

Sekelji Gulaš – Szegediner Gulasch

In der kalten Jahreszeit werden auch in Kroatien viele Eintöpfe gekocht. Hauptzutaten sind…