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Greenpeace-Protest an der Adria

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Greenpeace-Aktivisten protestierten gestern vor dem SCF-Tanker Samotlor, der russisches Öl zum Hafen von Omisalj transportierte. Sie protestierten vor dem heutigen EU-Gipfel und forderten die politischen Führer der EU auf, dringend ein Embargo für alle russischen fossilen Brennstoffe zu verhängen und die Energiewende hin zu erneuerbaren Energien und Energieeffizienz zu beschleunigen. 

Greenpeace weist darauf hin, dass die EU-Länder seit Beginn des Krieges in der Ukraine mehr als 54 Milliarden Euro für russisches Öl, Gas und Kohle ausgegeben haben, was sich als

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Kofinanzierung des Krieges in der Ukraine erweist.

– Hunderte Millionen Euro fließen weiterhin aus den EU-Ländern in den Kreml im Austausch für russische fossile Brennstoffe, und die EU-Führer haben es immer noch versäumt, Sanktionen zu verhängen, die diesen unmoralischen Handel wirksam eindämmen würden. Mit anderen Worten, Europa finanziert immer noch den Krieg in der Ukraine mit, und solche Praktiken müssen sofort aufhören! Die EU muss endlich echte Solidarität zeigen und ein Embargo gegen alle russischen fossilen Brennstoffe verhängen. Keine Verzögerungen, keine Gesetzeslücken, keine Sonderbehandlung und Ausnahmeregelung für irgendein Land – warnt  Eszter Matyas , Kampagnenmanagerin bei Greenpeace CEE.

Der Greenpeace-Protest fand am Tag vor dem Gipfel statt, auf dem einigen Quellen zufolge die EU-Länder über das Embargo für russisches Öl diskutieren werden. Die Europäische Kommission hat vorgeschlagen, die russischen Ölimporte in den meisten EU-Mitgliedstaaten auslaufen zu lassen, jedoch nicht vor Ende dieses Jahres. Einige Länder wie Ungarn, die Slowakei und Bulgarien könnten noch mehr Zeit bekommen. Jüngste Äußerungen von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen zeigen, dass die EU-Führer weit von einer Einigung entfernt sind, warnt Greenpeace.

– Die humanitäre Katastrophe in der Ukraine wird sich nur verschärfen, wenn auf dem Gipfel ein schwaches Embargo verhängt oder gar nicht verhängt wird. Der Krieg in der Ukraine sollte ein Weckruf für die europäischen Führer sein. Sicherheit in einer Welt, die von fossilen Brennstoffen angetrieben wird, existiert einfach nicht. Das derzeitige Verbot aller russischen fossilen Brennstoffe kann und muss ein starker Impuls für die Entwicklung erneuerbarer Energien und Energieeffizienz in Europa sein. Es ist nicht nur wegen der Klimasicherheit wichtig, sondern auch wegen seiner Unabhängigkeit von autokratischen Regimen, die mit fossilen Brennstoffen handeln – sagte  Petra Andrić von Greenpeace in Kroatien.

Der Großteil des Ölverbrauchs in der EU entfällt auf den Verkehr, während die EU bei bis zu 97 % ihrer Ölprodukte von Importen abhängig ist. Eine vom belgischen Unternehmen Greenpeace in Auftrag gegebene Studie bietet den Verantwortlichen eine Orientierungshilfe für die  Dekarbonisierung des europäischen Verkehrssektors bis 2040, der mit erneuerbaren Energien betrieben werden könnte, ohne auf Biokraftstoffe angewiesen zu sein. Die Internationale Energieagentur (IEA) gab kürzlich bekannt , dass ein begrenztes Paket kurzfristiger Transportmaßnahmen den Verbrauch in den nächsten vier Monaten um bis zu 2,7 Millionen Barrel Öl pro Tag senken könnte. In Deutschland könnten kurzfristige Maßnahmen die russischen Ölimporte um etwa ein Drittel reduzieren, warnt die Weltorganisation.

Greenpeace-Aktivisten haben seit Beginn des Krieges in der Ukraine ähnliche Proteste abgehalten und Ende März ein Embargo für russische Importe fossiler Brennstoffe nach Deutschland, Frankreich, Italien, Polen, Griechenland, Ungarn, Dänemark, Norwegen, Großbritannien und Kroatien gefordert.

Redaktion Service
Bild: Greenpeace Kroatien
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