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ERDOĞAN SICHERT SICH WIRTSCHAFTSSTANDORT SERBIEN

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Der zweitägige Staatsbesuch des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan wird als wichtiges Treffen für die Wirtschaft beider Staaten gesehen.

Im Rahmen des Businessforums „Serbien-Türkei“ werden neue Abkommen über einen freien Handel, sowie Verträge mit einem der zahlreichen türkischen Unternehmen erwartet. Erdoğan reiste mit 185 Businessmännern und acht Ministern nach Serbien.

Gas-Achse bis nach Österreich
Das Hauptthema der Gespräche wird ohne Zweifel die Pipeline „Nabucco“, welche von Russland aus über die Türkei fließen und so Südost- bzw. Teile Mitteleuropa mit Gas versorgen soll.

Damit würde man die Ukraine komplett umgehen. Ein Teil dieser Mega-Pipeline würde auch durch serbisches Territorium verlaufen. Das Ende dieser Gasleitung würde sich im österreichischen Baumgarten befinden.

Auch wenn diese Gastleitung eine große wirtschaftliche Chance für Serbien darstelle, so warnen Experten davor, dass Pipelines bereits seit Jahren Teil geopolitischer Machtspiele sind.

Es sei auch schwer zu sagen, was im Endeffekt aus dem Projekt werden wird, da die Beziehungen zwischen dem Gaslieferanten Russland und dessen Nachbarstaaten ständigen Veränderungen und kompletten Umschwüngen unterworfen seien.

Vermehrt türkische Investitionen
Ebenso wurde angekündigt, dass die Türkei sowohl in die Textilindustrie, das Bauwesen als auch in den Tourismus Serbiens vermehrt investieren werde.

Das gemeinsame Ziel sei eine Erhöhung des Handelsvolumen zwischen den beiden Staaten von 850 Millionen auf eine Milliarde Dollar.

Region Sandžak: „Brücke der Freundschaft“
Am zweiten Tag seines Besuches wird der türkische Präsident der serbischen Region Sandžak einen Besuch abstatten, wo die meisten Muslime in Serbien leben.

Laut Erdoğan handle es sich bei dieser Region um eine „Brücke der Freundschaft“ zwischen Serbien und der Türkei. Nahostexperten, wie Zijad Bećirović und Borivoj Erdeljan warnen jedoch davor, dass Erdoğan seine wirtschaftliche und militärische Stärke in politische Macht verwandeln wolle.

Bećirović ist zudem der Meinung, dass der türkische Präsident dies in ehemaligen Teilen des Osmanischen Reiches plane, wobei hier Serbien eine Schlüsselrolle spiele. Erdeljan vertritt diesbezüglich einen anderen Standpunkt: „Ich denke, dass man nicht von einer osmanischen Rückholung dieser Territorien sprechen kann. Es ist eine andere Zeit, es gibt andere Zugänge und die Politik und Wirtschaft funktioniert ist heute komplett anderen Regeln unterworfen.“ (NR)

Quelle: Kosmos
Bild:Dragan Kujundžić/Tanjug 

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