Im Frühjahr, vor allem im diesjährigen, gibt es einen Überfluss an Wasser, das sich in den Karsthöhlen sammelt und sich den Weg nach unten bahnt. Irgendwann gelangt es an die Oberfläche und stürzt mit lautem Gedonner den Berg herunter. Ende März, wenn nicht so viele Touristen unterwegs sind, ist für mich die Zeit gekommen, das Naturspektakel zu bewundern.



Aber wir starten an dem Ort, an dem die Krka entspringt, nämlich am Topoljski buk am Fuße des Dinarischen Gebirges. Hier tritt das Wasser erstmals ans Tageslicht und fällt über einen 22 Meter hohen Wasserfall in ein großes Becken. Von dort aus führt der Weg über 72,5 Kilometer in das Meer. Dabei überwindet der Strom 224 Höhenmeter.


Zuerst geht es 10 km durch das Kninsko polje eher sanft dahin. Hier findet man an den Ufern die typischen Gräser, Sauergräser und Bäume mittlerer Höhenlagen. Hinter Knin fließt die Krka durch einen Canyon und es münden weitere Bäche wie die Kosovčica oder die Orašnica.



Hoch über der Krka kann man das Manastir Krka sehen, über das ich bereits berichtet habe.



Dann ist es mit der Gemütlichkeit vorbei, denn er Fluss muss die ersten Wasserfälle überwinden. Roški slap heißt dieser Wasserfall, benannt nach der Festung Rog, die oberhalb des Falles stand. Der Canyon erweitert sich an dieser Stelle und es entstanden Kaskaden aus Travertin, über die die Krka fließt.



Über einen gesicherten Weg kann man den angrenzenden Berg besteigen und hat von oben einen grandiosen Blick auf die Kaskaden.



Zahlreiche Ruinen alter Mühlen zeigen, dass die Flüsse dieser Gegend für die Menschen enorm wichtig waren.



Am Ende der Kaskaden geht es dann über einen 15 Meter hohen Wasserfall hinunter in den Visovac See.



In der Mitte dieses Sees war einst ein kahler Felsen, den Mönche mit Erde bedeckten und so fruchtbar machten. Heute steht hier ein Franziskanerkloster, das über einen reichen Bestand an Büchern, Bildern und Devotionalien. Außerdem ist es eine Heiligenstätte für Maria.



Die letzten Barrieren, die die Krka überwinden muss, sind wohl auch die spektakulärsten. Skradinski Buk besteht aus 17 Travertinstufen, die sich über eine Länge von 800 Metern hinziehen.



Über Holzstege kann man den Fluss überqueren und den Wasserfall in seiner ganzen Schönheit bewundern.



An diesem Wasserfall wurde am 28. August 1895 das erste hydroelektronische Wasserkraftwerk in Betrieb genommen, sodass in Šibenik am gleichen Tag die ersten Glühlampen, betrieben mit Wechselstrom, leuchteten.



Dort, wo sich das Tal etwas öffnet, befinden sich einige liebevoll restaurierte Steinhäuser, Ruinen von Mühlen und die kleine Kirche Sv. Nikola, die 1761 erbaut wurde.

 

Ein Beitrag von: Moni Losem
Quelle und Bilder: Kroatiens Fauna und Flora
Weitere Quellen: NP Krka
Video: PaulBTravel
Anreisetipp: Bei den großen Wasserfällen sind genügend Parkplätze. Die Zufahrt ist ausgeschildert.
Eintrittspreise für Erwachsene: Im Winter 30 kn, in der Vorsaison 100 kn, in der Hauptsaison 200 kn
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