Home Land und Leute Natur und Umwelt Die Christrose – Ihre Symbolik und ihre Biologie

Die Christrose – Ihre Symbolik und ihre Biologie

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Wenn die Natur ihren Winterschlaf macht, gibt es eine Blume, die sich dem widersetzt. Gerade dann, wenn das Land mit Schnee bedeckt und die Luft eisig ist, treibt sie ihre Blüten und bringt ein wenig Frühlingsstimmung in die kalte Jahreszeit. Diese Eigenschaft hat die Menschen schon immer fasziniert, sie konnten sich die winterliche Blüte aber nicht logisch erklären. Und so musste hierfür etwas Göttliches verantwortlich sein, das den Naturgesetzen Einhalt gebieten konnte.

„Es ist ein Ros entsprungen aus einer Wurzel zart. Wie uns die Alten sungen, von Jesse kam die Art“ heißt es in einem Adventlied aus dem 16. Jahrhundert. Die Christrose ist hier Sinnbild der Geburt von Jesus von Nazareth, da ihre Blütezeit genau in die Zeit der Niederkunft Mariens fällt.

Die Christrose ist aber auch ein Symbol der Hoffnung, da sie es schafft, in der kalten Jahreszeit zu blühen. Sie steht einer Legende nach aber auch für Unberührtheit und Unschuld. Und sie schützt die Verliebten und soll ein langes, glückliches Leben ermöglichen.


Helleborus foetidus Linné, 1753 – Stinkende Nieswurz, smrdljivi kukurijek
Die Gattung Helleborus Linné, 1753 – Nieswurz, lučec gehört zur Familie Ranunculaceae Jussieu, 1789 – Hahnenfußgewächse, žabnjači. In Kroatien gibt es etwa 15 Arten, die die unterschiedlichsten Lebensräume besiedeln. Alle Arten haben einige gemeinsame Merkmale.



So sind sie in allen Pflanzenteilen hoch giftig. Das hinderte die Menschen aber früher nicht daran, sie auch als Heilpflanze einzusetzen. Die geriebene und getrocknete Wurzel löst einen heftigen Niesreiz aus, der Dämonen aus dem Körper schleudern sollte. Wegen des hohen Anteils an Saponinen und dem Glykosid Hellebrigenin haben vermutlich nicht viele diese Teufelsaustreibung überstanden. Aber auch ein Tee aus den überirdischen Teilen wurde zur Linderung von Epilepsie und zur Entfernung von Würmern eingesetzt. Und vermutlich mit dem gleichen tödlichen Ergebnis.



Die endemische und gefährdete Helleborus niger L. ssp. macranthus (Freyn) Schiffner , 1909 – velecvjetni kukurijek

Von den in Kroatien lebenden Arten konnte ich bis jetzt vier fotografieren:
*Helleborus niger Linné, 1753 – Schwarze Nieswurz, crni kukurijek
*Helleborus niger L. ssp. macranthus (Freyn) Schiffner , 1909 – velecvjetni kukurijek, Gefährdet
*Helleborus purpurascens Waldstein & Kitaibel, 1802 – Purpur-Nieswurz, crvenkasti kukurijek
*Helleborus foetidus Linné, 1753 – Stinkende Nieswurz, smrdljivi kukurijek

Blatt von Helleborus niger L. ssp. macranthus (Freyn) Schiffner , 1909

Morphologisch sind sich die Arten sehr ähnlich. Die langgestielten Blätter sind grundständig und mehrfach geteilt. Der Rand ist glatt oder gesägt. Sie treiben nach der Blüte. Die großen Blüten sind endständig und sitzen einzeln oder zu mehreren. Die Besonderheit sind die Kelchblätter, die die sichtbare Blüte bilden. Sie bleiben nach der Blüte stehen. Die eigentlichen Blütenblätter, also die Kronblätter, sind nur kleine Röhren.
Christrosen sind im Winter begehrte „Zimmerpflanzen“. Entsprechend viele Varietäten wurden aus den ursprünglichen Arten gezüchtet. Dabei wurde vor allem auf größere und zahlreichere Blüten geachtet sowie auf eine intensive Blütenfarbe.

Helleborus purpurascens Waldstein & Kitaibel, 1802 – Purpur-Nieswurz, crvenkasti kukurijek

Ein Beitrag von: Moni Losem
Quelle und Bilder: Kroatiens Fauna und Flora
Literaturtipp: Botanischer Garten der Stadt Zagreb

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