Die amtierende kroatische Präsidentin Kolinda Grabar-Kitarović kündigte gestern unter dem Slogan „Weil ich an Kroatien glaube“ ihre abermalige Kandidatur an.

Die Präsidentschaftswahl wird in Kroatien aller Wahrscheinlichkeit um die Weihnachtszeit vonstattengehen. Insgesamt 14 Kandidaten gehen ins Rennen, wobei eine von ihnen die derzeitige Präsidentin ist, die am Mittwoch ihre Kandidatur für die zweite Amtszeit verkündete.

Ob wirklich alle 14 Kandidaten zur Wahl antreten werden, ist jedoch fraglich, da sie innerhalb von zwölf Tagen mindestens 10.000 Wählerunterschriften sammeln müssen. Politexperten gehen davon aus, dass sich die Anzahl bis zur tatsächlichen Wahl merklich verringern wird.

Stichwahl erwartet
Wie bereits vor fünf Jahren erwartet man auch heuer eine Stichwahl nach der ersten Wahlrunde. Als Favoritin wird derzeit die amtierende Präsidentin gehandelt. Sie erhielt laut einer aktuellen Umfrage durch Crobarometar die Zustimmung von rund 34 Prozent der Teilnehmer, gefolgt vom ehemaligen sozialdemokratischen Regierungschef Zoran Milanović (24 Prozent) und dem Sänger und Star Miroslav Škoro (20 Prozent).

Letzterer gab im Juni überraschend seine Kandidatur bekannt  und kann derzeit vor allem bei der rechten Szene des Landes punkten. Unter anderen wird Škoro von den konservativen und rechtspopulistischen „Kroatischen Souveränisten“ und der Most-Partei unterstützt.

„Dezentes Lächeln und kein Dank“
Für großes mediales Aufsehen sorgte die gestrige Rede von Grabar-Kitarović. Neben der beachtlichen Länge bemerkten Analysten und aufmerksame Bürger andere interessante Details.

Diverse kroatische Medien veröffentlichten Fotos von den „Spickzetteln“ der Präsidentin, der vorgeworfen wird, die viele Teile Rede abgelesen zu haben. Auf diesen Bildern sind Randnotizen zum Text bzw. andere textuelle Merkmale zu erkennen, die der Präsidentin dabei halfen, die Rede bestmöglich über die Bühne zu bringen.

Sternchen im Text signalisierten der amtierenden Präsidentin jene Passagen, in welcher sie eine Redepause einlegen sollte, die Grabar-Kitarović fein säuberlich einhielt. Fett gedruckte Sätze wurden besonders emotiv vorgetragen und wichtige Teile der Rede unterstrichen.

Bei jener Passage über den Krieg in Kroatien gab es eine Randnotiz in Klammer, die „dezentes Lächeln“ lautete. Ebenso ist am Ende der Rede zu sehen, dass die Präsidentin sich laut Protokoll nicht bei ihren Zuhörern bedanken soll.

Kosmo.at
Bild: YouTube-Screenshot/HINA
Video: HINA multimedija

 

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