Der Fluss Kupa entspringt im Nationalpark Risnjak. An einer Stelle des 296 Kilometer langen Flusslaufes begegnet die Kupa drei weiteren Flüssen: Korana, Mrežnica und Dobra. In Karlovac vereinigen sich die vier Flüsse.

Daher war es naheliegend, dass in Karlovac das erste Aquarium Kroatiens für Süßwasserfische eröffnet wurde: “Aquatika”, direkt am Fluss und gegenüber der ersten kroatischen Flussbadeanstalt gelegen, passt architektonisch perfekt in die Landschaft und entspricht auch den Forderungen der Ökologen.

“Wir befinden uns an der Korana und unser Ziel ist es, die Vielfalt dieses Flusses als Ganzes zu erhalten. Es liegt uns nicht nur an der Präsentation im Aquarium. Wir bemühen uns, durch diese Becken einen Einblick in die Schätze dieser Region zu gewähren.”

Ivana Francišković Olrom, Ökoverband Eko pan

Aquatika bietet einen einmaligen Blick auf die Korana und die entlang dieses Karstflusses angelegten Becken mit allen ihren Fischarten.

Kroatien ist mit der Türkei eines der reichsten Länder an Süßwasserfischarten: Es sind über 150 Arten, von denen man zurzeit die Hälfte hier im Aquarium von Karlovac findet.”

Dr. Goran Jakšić

Genügend Süßwasserfischarten, um die Neugierde der Besucher zu wecken und um zu zeigen, dass die Subventionen aus dem europäischen Fonds sinnvoll eingesetzt wurden.

“Zu uns nach Karlovac kommen zahlreiche Besucher, die diesen Karstfluss von der Quelle bis zur Mündung kennenlernen wollen. Ein solches Bild in der Natur, einen Fluss in seiner Gesamtheit und seinen Lebensraum, findet man nur selten. Deswegen versuchen wir hier eine optimale Präsentation.”

Magarita Maruškić Kulaš, Leiterin Aquatika-Süßwasserpark Karlovac

Mit der EU-Förderung für das Aquarium wurde vor allem die Entwicklung des lokalen Fremdenverkehrs unterstützt. Aquatika soll aber auch ein wichtiges Forschungszentrum werden, in dem vor allem vom Aussterben bedrohte Fischarten laichen können, um dann in die Gewässer eingesetzt zu werden.

“Gestern haben wir die in der Krka einheimische Süsswassergrundel hergebracht. Eine Kollegin wird darüber in der Aquatika ihre Doktorarbeit schreiben. Wir sind stolz darauf. Anderseits versuchen wir, diese seltene Fischart laichen zu lassen. Wenn uns das gelingt, wird das ein großer Erfolg.”

Dr. Goran Jakšić

Der größte Fluss, die Kupa, läuft durch die einstige Industriezone. Seit dem Balkankrieg und den misslungenen Privatisierungsversuchen gibt es hier keine Industrie mehr und folglich auch keine Verschmutzung. Die Kupa wird aber weiterhin durch Wasserkraftwerke und die Umleitung der Fischströme bedroht.

“Das Bestreben unseres Ökoverbandes ist es, den Menschen zur Rückkehr an den Fluss zu bewegen. Wir alle hier haben unsere Kindheit am Fluss verbracht und wir wissen sehr gut, welche Lebensqualität uns die Flüsse bieten.”

Denis Frančišković, Ökoverband Eko pan

Somit dürfte es wohl an der Zeit sein, den beinahe in Vergessenheit geratenen Slogan wieder zu beleben: “Das Paradies von Karlovac – vier Flüsse und eine Stadt.” (NR)

BR-Presse/ TV Kroatien-Mario Beganovic
Bild: BR
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