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Das weiße Gold Dalmatiens

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Nicht einmal hundert Meter von der Hauptinsel Korčula entfernt, liegt Vrnik: Bis vor einigen Jahren war das die einzige bewohnte Insel des Archipels von Korčula.

Die ist nur 850 Meter lang und 450 Meter breit, und ist eigentlich ein Fels, auf dem sich der älteste und tiefste Steinbruch der Adria befindet. Der Aushub an manchen Stellen reicht bis 50 Meter unter den Meeresspiegel. Die Bedeutung der Steinförderung und die Qualität des Steins hat schon der römische Kaiser Diokletian erkannt. Die wertvollste Eigenschaft des Steins von Vrnik ist seine Beständigkeit.

“In 200 Jahren sieht der Stein gleich aus wie jetzt. Die Spuren des Werkzeugs, mit denen er bearbeitet wurde, bleiben. Er zerbröckelt nicht und bleibt immer so, wie er beim Abbau war. Einmal bearbeitet, bleibt er ewig so.”

Nikša Fabris

Jahrhunderte lang fuhren Arbeiter täglich mit Booten nach Vrnik, bis sich im 15. und 16. Jahrhundert die ersten Familien auf der Insel niederließen. Der Stein wurde intensiv abgebaut. Gegen die drohende türkischen Belagerung von Dubrovnik wurden Mauern errichtet. Auch die Insel Korcula wurde mit Mauern bewehrt. Und viele Bauten…
Den Stein aus Vrnik hat man aber auch zum Errichten verschiedener Bauten weltweit verwendet. Auch in Skandinavien, Afrika, Asien und in Amerika wurden Gebäude mit Stein aus Vrnik gebaut.

Die Wege zu den einzelnen Steinbrüchen sind als viele Meter hohe Ablagerungen von Steinbruchstücken entstanden.

“Alles, was sie hier sehen, haben Frauen hinausgetragen. Männer haben den Stein abgebaut und die Frauen haben ihnen dabei geholfen. Sie haben die kleinen Bruchstücke hinausgetragen, um den Männern die ohnehin schwere Arbeit zu erleichtern.”

Nikša Fabris

Bei der Errichtung der Trockenmauern, bei denen die Fugen mit Steinsplittern gefüllt werden, haben oft die Kinder ihren Müttern geholfen. Die Vorfahren von Nikša, die Familie Fabris, kam schon vor 400 Jahren aus Norditalien auf die Insel Vrnik gekommen.

“Alles wurde händisch gefördert. Der Stein wurde auch händisch bearbeitet, auf die Schiffe verladen und nach Dubrovnik, Venedig oder anders wo hin transportiert.”

Nikša Fabris

Stein wurde in Vrnik bis Mitte der 1960er Jahre abgebaut. Auf der kleinen Insel ist zum Schutz der Naturschönheiten der Einsatz von Maschinenanlagen untersagt. Leider hat das auch das Aus für den 300 Seelenort bedeutet.

Millionen und Abermillionen Steinchen, Abfall der herausgeschlagenen Wände. Wie viele Schläge waren notwendig und wie viel Schweiß wurde dabei vergossen? (NR)

BR-Presse/TV-Kroatien-Sanja Pražen
Bild: BR
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