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Chartern war noch nie so einfach – ZIZOO

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Müritz statt Adria – Segelboot-Sharing boomt im Corona-Sommer

Schauspielerin Lindsay Lohan buchte bereits ein Boot über Zizoo. Millennials fragen vermehrt Katamaran-Urlaub an. Das Berliner Mietportal verzeichnet gerade Rekordmonate.

Etwa 3.000 Euro beträgt der durchschnittliche Warenkorb beim Berliner Startup Zizoo. Das Portal verbindet Kunden mit Firmen, deren Geschäft es ist, Boote zu vermieten – ähnlich eines Vergleichsportals für Mietwagen. Insgesamt 16 Millionen Euro sammelte Zizoo seit dem Start vor sechs Jahren von Investoren ein, darunter von Check24 Ventures. Die Geldgeber sollten das Wachstum immer wieder vorantreiben. Nun wächst das Geschäft des Segelbootverleihers ganz ohne fremdes Kapital. Treiber ist das Coronavirus.

Corona hat die Welt kleiner gemacht. Zumindest für eine Weile werden wir nicht mehr so viel reisen, wie wir es noch vor einigen Monaten getan haben. In den nächsten Tagen betrachten wir die Konsequenzen. Wie kommen zum Beispiel die hochbewerteten Reise- und Mobility-Startups mit der Situation klar? Was bedeutet das für die Influencer-Szene? Und: Wer profitiert von der Situation?

Gegründet wurde das Startup von der Ex-Google-Mitarbeiterin Anna Banicevic, den Entwicklern Benito Gonzalez del Valle und Ivan Miletic sowie dem Ex-Investmentmanager Sinan Masovic. Damals noch in Wien, heute sitzen die 90 Mitarbeiter größtenteils in Berlin. Die Kernzielgruppe von Zizoo waren anfangs noch Kunden, die einen Bootsführerschein besitzen. „Aber wir haben immer mehr Anfragen von Leuten bekommen, die noch nie segeln waren“, so CEO Banicevic im Gespräch mit Gründerszene.

Deutsche machen am liebsten in Kroatien Bootsurlaub

Unerfahrene Segler können zu ihrem Boot oder Katamaran einen Skipper für 150 Euro am Tag dazubuchen. Der Lohn sowie der Großteil der Mietsumme geht an den Charterer, das Startup behält eine Provision von 12 bis 25 Prozent ein. „Eine durchschnittliche Buchung geht über etwa eine Woche, ist für sechs bis acht Leute und benötigt einen Skipper“, sagt die Gründerin. Das seien vor allem Familien und Gruppen von Millennials, die in ihrem Urlaub verschiedene Küstenorte besuchen wollten. So wie die US-Schauspielerin Lindsay Lohan, eine der berühmtesten Kundinnen des Startups. Aber auch Tagesmieten würden immer öfter nachgefragt, vor allem auf Inseln wie Ibiza und Mallorca.

Die meisten Buchungen kämen aus Deutschland, erzählt Banicevic. Großbritannien und die USA seien ebenfalls starke Märkte. Die Deutschen reisten am liebsten nach Kroatien und Spanien, um dort Bootsurlaub zu machen. Doch das war in den vergangenen Monaten aufgrund der Corona-Beschränkungen nicht möglich.

„Juni war unser stärkster Monat seit Gründung“

„Im März hatten wir einen großen Umsatzeinbruch und auch der April war viel niedriger als geplant“, so Banicevic. Seine Mitarbeiter habe Zizoo in Kurzarbeit geschickt oder in andere Abteilungen gesteckt. Das Team, das sich um die Akquise neuer Bootseigentümer kümmert, sei stark ausgebaut worden. An deutschen Gewässern wie der Müritz oder dem Bodensee habe das Portal bislang kaum Mietobjekte gehabt. Eine Strategie sei es daher gewesen, diese Standorte aufzustocken. Und die war laut Unternehmensangaben richtig. Deutsche Urlauber mieteten Katamarane im eigenen Land. Und auch in anderen Staaten blieben die Kunden in der Region. Allein auf einem Segelboot würden sich die Kunden sicherer fühlen als in Hotelburgen, so die Gründerin.

So habe sich der Umsatz im Mai wieder erhöht. „Juni war unser stärkster Monat seit der Gründung“, so die CEO. Wie viel Zizoo mit seiner Mietplattform erwirtschaftet, will die gebürtige Österreicherin Banicevic nicht verraten. Vor zwei Jahren sagte sie gegenüber Gründerszene, dass ihr Startup bis 2022 die Umsatzmarke von 500 Millionen Euro knacken wolle. „Ich glaube, das wird schwer“, heißt es heute.

Redaktion Nautik
Bild: Zizoo

 

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