Home Touristik Maut in Österreich: Vignette, Go-Box und Sondermaut

Maut in Österreich: Vignette, Go-Box und Sondermaut

14 min gelesen
0

Wie funktioniert in Österreich die Maut?

Wer Sehnsucht nach schneebedeckten Bergen hat, gutes Essen schätzt und gern auf den Spuren von historischen Persönlichkeiten wie Maria Theresia wandelt, ist in Österreich gut aufgehoben. Und selbst wenn unser kleines Nachbarland nicht das eigentliche Ziel ist – nach Italien, Kroatien oder Ungarn führt der Weg oft durch die Alpenrepublik.

Nach der langen Debatte für die PKW-Maut in Deutschland, ist es für die meisten Kraftfahrer keine Überraschung mehr, dass für die Straßennutzung eine Maut in Österreich fällig wird. Häufig diente es als Vorbild der deutschen Mautpläne. Das „Pickerl“ von Österreich gibt es bereits seit 1997 und ist für alle Kraftfahrzeuge bis 3,5 Tonnen zulässiges Gesamtgewicht obligatorisch.

Es gibt aber nicht nur eine Pkw-Maut in Österreich. Auch Lastkraftwagen müssen seit 2004 eine Straßennutzungsgebühr entrichten. Selbst wenn vielen Kraftfahrern die österreichische Maut bekannt ist, gibt es doch oft Unklarheiten bezüglich der Vignettenpflicht in unserem Nachbarland.

In diesem Ratgeber haben wir die wichtigsten Informationen zum österreichischen Mautsystem zusammengefasst. Wir klären Sie über die Vignette von Österreich auf, deren Preise und erläutern die GO-Box-System für Lkw.

Wo fallen die Mautgebühren in Österreich an?

Die Maut von Österreich gilt für alle Fahrzeuge auf allen Autobahnen und Schnellstraßen des Landes. Damit sind über 2.000 Kilometer mautpflichtig. Betrieben wird das Streckennetz durch die staatliche Autobahn und Schnellstraßenfinanzierung-AG (ASFINAG).

Ihr obliegt die Finanzierung vom Bau und Ausbau der Infrastruktur.

Eine Maut kann in Österreich auch für Privatstraßen anfallen. Zu nennen sind beispielsweise die Großglockner-Hochalpenstraße, die Malta-Hochalmstraße sowie die Silvretta-Hochalpenstraße.

Auch für Brücken und Tunnel wie den Brenner, den Tauerntunnel oder den Gleinalmtunnel muss häufig eine Nutzungsgebühr entrichtet werden.

Wer dagegen auf das Befahren von Autobahnen und Schnellstraßen verzichtet, braucht keine Vignette in Österreich zu kaufen. Land- und Gemeindestraßen sind grundsätzlich mautfrei. Reisende sollten aber ausreichend Geduld mitbringen.

Gibt es Strecken ohne Autobahngebühr in Österreich?

Die Maut in Österreich gilt flächendeckend. Bis Ende 2013 galt das Autobahnteilstück der A12 bei Kiefersfelden im deutsch-österreichischen Grenzgebiet als mautfrei. Die bis dahin geltende Ausnahmeregelung existiert heute nicht mehr. Daher darf auf der A12 ab der Staatsgrenze nur noch mit gültiger Vignette gefahren werden.

Wer muss eine Vignette in Österreich kaufen?

Die Vignettenpflicht gilt in Österreich für alle Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht. Unterschieden wird dabei nur zwischen Pkw bzw. Wohnwagen und Motorrad. Anders als bei der Maut in Italien erfolgt die Abrechnung der Kraftrad- bzw. Pkw-Maut nicht streckenbezogen, sondern pauschal. Das bedeutet, dass die Vignette in Österreich mit bestimmter Gültigkeit erworben werden muss. Zur Auswahl stehen:

  • 10-Tages-Vignette
  • 2-Monats-Vignette
  • Jahresvignette

Die pauschale Maut in Österreich hat den Vorteil, dass der Verkehrsfluss nicht durch Mautstellen unterbrochen werden muss, was regelmäßig zur Stauung führen würde. Außerdem kann auch Personal eingespart werden, welches die Schalter an den Mautkassen bedienen muss. Stattdessen setzt die Alpenrepublik auf ein großes Vertriebsnetz mittels Raststätten, Verkehrsclubs, Tankstellen sowie Trafiks (Kioske/ Tabakgeschäfte). Bereits vor Grenzübertritt kann die entsprechende Vignette erworben werden.

Preismodell für die Autobahnvignette in Österreich

Bevor die austrischen Autobahnen und Schnellstraßen befahren werden dürfen, müssen alle Kraftfahrer mit einem Fahrzeug bis maximal 3,5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht eine Vignette für Österreich kaufen. Der Preis ist dabei abhängig vom Fahrzeugtyp. Unterschieden werden Krafträder und Pkw bzw. Wohnmobile.

Im Folgenden finden Sie eine Preistabelle für die Pkw-Maut in Österreich:

Vignetten-/Fahrzeugtyp Auto und Kfz bis 3,5 Tonnen Motorrad
10 Tages-Vignette für Österreich 8,80 Euro 5,10 Euro
2-Monats-Vignette für Österreich 25,70 Euro 12,90 Euro
Jahresvignette für Österreich 85,70 Euro 34,10 Euro
inkl. 20% Mehrwertsteuer

Können Sie für Österreich die Vignette auch online kaufen?

Egal ob Sie eine Jahres-, Monats oder Tagesvignette benötigen, die Maut können Sie auch online entrichten. Am einfachsten geht dies über sogenannte Maut-Portale. Aber einige deutsche Automobilclubs bieten ebenfalls Vignetten für Österreich an. Hier können Sie auch Tickets für die Hochalpenstraßen wie den Großglockner oder Felbertauern erwerben. Wenn Sie die Vignette für Österreich online kaufen, sollten Sie darauf achten, dass es sich um einen offiziellen Shop handelt.

Wie wird die Vignette für die Maut in Österreich angebracht?

Damit die Vignette gültig ist und die bezahlte Maut für Österreich nachgewiesen werden kann, ist die ordnungsgemäße Anbringung des „Pickerl“ notwendig.

Die Vignette muss im linken oberen Bereich der Windschutzscheibe geklebt werden. Hinter dem Rückspiegel ist dies auch möglich. Die Vignette muss gut sichtbar sein, weshalb die Anbringung hinter einem Tönungsstreifen nicht erlaubt ist.

Beim Motorrad muss das „Pickerl“ ebenfalls an einem gut sichtbaren und zudem schwer zu entfernenden Bauteil angebracht werden.

Üblich sind der Tank und der Gabelholm des Fahrzeugs.

Wie wird die Maut kontrolliert und welche Strafen gibt es?

Nach austrischem Recht muss die Maut in Österreich von allen Fahrzeugführern gezahlt werden. Ob die Vignettenpflicht eingehalten wird, kontrolliert die Polizei, aber auch die sogenannte Mautaufsicht. Zum Einsatz kommen aber auch Kamerasysteme, welche eine automatisierte Vignettenkontrolle durchführen.

Fällt auf, dass Sie ohne gültige Vignette in Österreich auf der Autobahn oder auf Schnellstraßen fahren, müssen Sie mit einem hohen Bußgeld rechnen.

Strafen in Bezug auf die Maut in Österreich:

Verstoß Bußgeld für Pkw/Wohnwagen Bußgeld für Motorrad
Vignette fehlt, ist abgelaufen, ungültig bzw. nicht ordnungsgemäß befestigt 120 Euro 65 Euro
Manipulation an der Vignette 240 Euro 130 Euro
Nichtzahlen der ausstehenden Beträge Vertragsstrafe von 300-3.000 Euro

Die LKW-Maut von Österreich

Seit 2004 gibt es auch eine LKW-Maut in Österreich. Sie gilt für alle Fahrzeuge mit einem zulässigen Gesamtgewicht über 3,5 Tonnen. Anders als bei Pkw und Motorrad erfolgt die Zahlung der Maut in Österreich nicht pauschal per Vignette,  sondern streckenbezogen mittels On-board-Gerät.

Die sogenannte GO-Box ist dazu an der Innenseite der Windschutzscheibe anzubringen. Die Kommunikation mit den Mautstationen findet per Mikrowellen statt.

Für die Kraftfahrer ist der Installationsaufwand relativ gering. Nach der Befestigung an der Windschutzscheibe müssen sie lediglich vor Fahrtantritt einstellen, ob das Fahrzeug ein Bus oder ein Lkw ist. Bei letzterem muss zudem die Anzahl der Achsen eingegeben werden.

Abgerechnet wird die LKW-Maut in Österreich mittels GO-Box. Der Preis je Kilometer ist dabei abhängig von der Anzahl der Achsen des Zugessowie der Euro-Emissionsklasse. Ausnahmen bilden hierbei Busse und Wohnmobile. Bei ihnen spielt nur die Anzahl der Achsen der Zugfahrzeuge eine Rolle – Anhänger werden nicht berücksichtigt.

Euro-Emissionsklasse 2-achsig 3-achsig 4-achsig und mehr
EURO VI 0,1490* 0,2086* 0,3129*
EURO EEV 0,1550* 0,2170* 0,3255*
EURO IV u. V 0,1700* 0,2380* 0,3570*
EURO 0 bis III 0,1930* 0,2702* 0,4053*
*in Euro je Kilometer

Bezahlen mit der GO-Box

Zur Bezahlung der LKW-Maut in Österreich stehen zwei Methoden zur Verfügung. Das sind das Pre-Pay-Verfahren, bei dem auf die Go-Box ein Guthaben bis 500 Euro aufgeladen wird und das Post-Pay-Verfahren, bei dem der Betrag nachträglich von Kredit-, EC- oder Tankkarte abgebucht wird. Auch das Lastschriftverfahren ist möglich.

Für Kraftfahrer aus Deutschland oder der Schweiz ist es nicht zwingend notwendig, die GO-Box anzuschaffen. In der Regel sind mit kleineren Anpassungen auch die in Deutschland bzw. in der Schweiz eingesetzen technischen Geräte nutzbar.

Wo fällt eine Sondermaut an?

Für besonders kostenintensive Streckenabschnitte wird in Österreich häufig eine Sondermaut verlangt. Kraftfahrzeuge bis 3,5 Tonnen zulässiges Gesamtgewicht müssen dafür ein sogenanntes Sondermautticket erwerben. Dieses gibt es als Einzelfahrt und als Jahreskarte. Zahlbar ist dies an der Mautstelle in bar, per Kredit-, EC- oder Tankkarte. Auf den Sondermautstrecken gibt es keine Vignettenpflicht, allerdings ist für die Zufahrt häufig eine Vignette notwendig.

Ohne Zeitverlust an der Mautstelle geht es mit der Videomaut. Kraftfahrer müssen im Vorfeld eine sogenannte Videomautkarte kaufen und ihr Fahrzeug registrieren. Ohne Stopp können sie dann auf der Videomautspur die Mautstelle passieren.

Bei Lkw erfolgt die Abrechnung der Sondermaut analog zu den üblichen Strecken mittels GO-Box. Für die Nutzung wird allerdings ein entsprechend höherer Tarif verlangt.

Welche Sondermautstrecken gibt es?

  • Arlberg Schnellstraßen-Tunnel
  • Brenner-Autobahn
  • Karawanken Autobahn-Tunnel
  • Pyhrn-Autobahn (Bosruck)
  • Pyhrn-Autobahn (Gleinalm)
  • Tauern-Autobahn (Tauern/Katschberg)
Dalmatinka Media
Mehr in Verbindung stehende Beiträge laden
Mehr laden von Norbert Rieger
Mehr laden in Touristik

2 Kommentare

  1. Georg

    14.03.2018 beim 07:25

    Es gibt das Pickerl nun auch digital, sprich man muss nichts mehr ins Auto kleben. Aber diese muss 14 Tage vorher bei der ASFINAG gekauft werden.
    https://www.asfinag.at/maut-vignette/vignette/digitale-vignette/

    Antworten

    • Norbert Rieger

      14.03.2018 beim 13:42

      Danke für den Hinweis!
      N. Rieger

      Antworten

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *

Überprüfen Sie auch

Bilder der Vergangenheit, der Autoput 1987

Heute können Sie eine Reise auf dem berüchtigten Autoput miterleben. Viel Spaß dabei! Ihre…