Ein Biotop stirbt

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Kroatien ist Natur, Kroatien bleibt Natur. So wollen es uns Werbeprospekte und auch Dokumentationen weis machen. Aber das Land ist auf dem besten Weg, seinen reichen Schatz zu vernichten und zu verlieren. Dass es schwierig ist, Fortschritt und Tourismus mit Umweltschutz in Einklang zu bringen, streitet niemand ab. Aber es muss ein Umdenken erfolgen, denn sonst sind auch die letzten Paradiese unwiederbringlich verloren.




Ein Beispiel für diese Entwicklung ist ein kleines Biotop, das ich 2012 am Strand zwischen Nin und Vrsi gefunden habe. Geschützt von einem Abhang in einer kleinen Nische befindet sich ein feuchtes Areal in direkter Nähe zum Meer.



Lotus maritimus Linné, 1753
Optimal für den Riesenschachtelhalm, kroatisch velika preslica vergesellschaftet mit den typischen Sauergräsern sowie der Spargelschote, krilobod mohunasti.



Im Jahr 2012 war dieses Areal fast vollständig vom Schachtelhalm bewachsen. Nur an den Rändern blühte im Mai Lotus maritimus Linné, 1753, die oben erwähnte Spargelschote.



Equisetum telmateia Linné, 1753 ist Europas größter Schachtelhalm, der nur in bestimmten Biotopen (über)leben kann. Da die Anzahl dieser Orte von Jahr zu Jahr weniger wird, ist es auch bei ihm nur eine Frage der Zeit, bis er stark gefährdet ist. Umso wichtiger ist es, die wenigen Orte zu schützen, und ihm so das Schicksal vieler anderer Pflanzen zu ersparen.


Heute, nach nur wenigen Jahren, sieht es hier völlig anders aus. Arundo donax Linné, 1753 – das Spanische Rohr, kroatisch obični trst, breitet sich ungehemmt aus und erstickt alle natürlich vorkommenden Pflanzen. Dieses Pfahlrohr ist eine endemische Pflanze und wurde einst eingeführt, um die Bura zu brechen beziehungsweise mit ihren kräftigen Rhizomen das Gelände zu festigen. Ursprünglich aus Asien stammend wurde es bereits in der Antike eingeschleppt und verbreitet sich seitdem ungehemmt und wird auch immer noch aktiv vermehrt.

Dazu kommt, dass dieser Teil des Strandes touristisch sehr attraktiv und im Sommer stark frequentiert ist. Und dieser Umstand, vor allem das Betreten des Habitats und der dadurch entstehenden weiteren Schäden führen dazu, dass der Riesenschachtelhalm immer weiter verschwindet.

Es ist dies nur ein kleines Biotop, das ich hier beschreibe. Aber es steht stellvertretend für die unzähligen Pflanzen und Tiere, die früher in großer Anzahl zu finden waren und heute buchstäblich um ihr Überleben kämpfen.

Ein Beitrag von: Moni Losem
 Quelle und Bilder: Kroatiens Fauna und Flora
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