Home Land und Leute Kultur Das Städtische Krankenhaus in Vukovar – Das Museum der Hoffnung

Das Städtische Krankenhaus in Vukovar – Das Museum der Hoffnung

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Die Stadt Vukovar war von August 1991 bis November 1991 Ziel einer fürchterlichen Bombardierung durch die serbische Armee. Die Menschen waren verzweifelt, es gab täglich zahlreiche Verwundete und Tote, und es sah danach aus, dass die Stadt dem Erdboden gleich gemacht werden soll.

Die zerstörte Stadt

Während dieser schrecklichen Zeit gab es in Vukovar zwei Menschen, die für Hoffnung, Empathie und Menschlichkeit standen: Die Ärztin Dr. Vesna Bosanac, die im städtischen Krankenhaus arbeitete und der Journalist Sinisa Glavašević, der über den Rundfunksender Radio Vukovar Zuspruch und Trost verbreitete.

Heute berichte ich über das Krankenhaus in Vukovar, über die Zustände, die dort herrschten, über Verzweiflung aber auch über Hoffnung. Und über eine Gedenkstätte, die hier errichtet wurde. Dr. Vesna Bosanac war damals die leitende Ärztin und kümmerte sich mit all ihrer Kraft um die Patienten. Da Vukovar in diesen 3 Monaten von außen abgeschnitten war, mangelte es bald an allem: es gab kaum noch Nahrung und auch die Vorräte an Verbandsmaterial und Medikamenten ging bald zu Ende. Die Ärztin schrieb daraufhin unzählige Briefe an die UNO und andere Helfer, damit das Spital endlich wieder mit allem Nötigen versorgt wurde. Viele dieser Briefe sind heute noch erhalten und wurden in einem wirklich lesenswerten aber auch sehr bedrückenden Buch zusammengestellt.

Im ehemaligen Atombunker des Krankenhauses wurden die Krankenzimmer aus der Zeit rekonstruiert und zeigen die schwierigen Verhältnisse, unter denen die Ärzte und Krankenschwestern arbeiten mussten. Betritt man den Keller, wird fällt einem die unglaubliche Enge der Räume auf. Die Decken sind niedrig, die Wände betongrau und die Behandlung musste auf wenigen Quadratmetern erfolgen. Von einem langen aus Flur führen Türen in die einzelnen Behandlungsräume. So gab einem Schockraum, in dem die Verletzten erstversorgt wurden. In einem Raum gab es ein Dialysegerät, ein anderer war schwangeren Frauen vorbehalten. In den winzigen Patientenzimmern gab es kaum Betten, viele mussten auf dem Boden liegen. Es ist wirklich schwer, sich vorzustellen, wie hier nach einem Angriff verletzen Menschen geholfen wurde – und doch hat es geklappt. Die Mitarbeiter dieses Krankenhauses haben wirklich unmenschliches geleistet, um das Leid der meist zivilen Opfer zu lindern.

Der Schockraum

Im Flur dieser Abteilung erkennt man in der Decke die Zerstörung durch eine eingeschlagene Bombe, die wie durch ein Wunder nicht vollständig durchbrach. An den Wänden befindet sich heute eine Art Tagebuch, in dem die 2.500 Verletzten der Bombardierung namentlich genannt sind. Außerdem wurde ein kleines Gedenkzimmer eingerichtet, in dem Kerzen für die Toten brennen.

Das Wahrzeichen dieser Gedenkstätte ist ein großes rotes Kreuz, das symbolisch von Kugeln durchlöchert ist. Aber auch die Vučedol-Taube steht für den Frieden.
Neben den Kellerräumen gibt es in dieser Gedenkstätte noch einen Multimedialraum, in dem verschiedene Vorträge stattfinden.

Ein Beitrag von: Moni Losem
Quelle und Bilder: Kroatiens Fauna und Flora

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